Schwarzwald 2002: Grand Ballon, Col de la Schlucht, Col de Bonhomme
Das Elsaß wollten wir auch mal befahren. Wer weiß, wann sich wieder eine solche Chance bietet? Faszinierend die hoch gelegenen Straßen. Leider (zwangsweise) unsere letzte Tour dieses Jahr. Doch dazu später mehr ...
In Kürze:
Aftersteg, Wembach, Müllheim, Staffelfelden (F), Cernay, Grand Ballon, Markstein, Col de la Schlucht, Col de Bonhomme, Plainfaing, Le Valtin, Kaysersberg, Labaroche, Collet du Linge, Munster, Trois-Epis, Colmar, Münstertal, Rütte, Aftersteg.
Strecke: 370 km
Dauer:
8h
Gefahren am
15.08.02
Im Detail:
Also, fahren wir doch mal ins Elsaß! Morgens um halb elf fahren wir los Richtung Basel. In Wembach biegen wir rechts nach Müllheim ein. Wäre schön zu fahren, wenn nicht soviele Autos unterwegs wären. Die hübsche Landschaft macht den Rest. Hinter Neubronn sollte man am Scheitelpunkt eine Fotopause einlegen, bevor man sich links hält und bergab nach Badenweiler durch das hübsche, manchmal urwüchsige Klemmbachtal kommt. Der Aussichtspunkt ist kaum zu übersehen. Das Sträßchen bis hierher ist einfach wunderschön!
An den beiden Kreisverkehren in Müllheim fahren wir Richtung
Freiburg/Lörrach. Später an der B378 Richtung Frankreich. Über die
beiden Rheinarme kommen wir ins Land der Franzosen. Vor uns im Dunst ahnen
wir die Hügel der Vogesen. Schnurstracks und reizlos führt die D39
durch die Rheinebene. Wir biegen rechts ab auf die D55 nach Colmar.
Kurz danach fahren wir fälschlicherweise auf die Autobahn nach
Colmar und machen einen Umweg. Besser wäre es gewesen, gerade aus
auf der D55 weiterzufahren, dann die E512 nach Cernay zu nehmen.
Oder noch besser gleich auf der Autobahn A36 bis zur Ausfahrt
Lutterbach und auf der E512 nach Cernay zu fahren.
In Cernay ist Uffholz ausgeschildert. In Uffholz kommen wir auf Kurs in dem wir links auf die D431 abbiegen und dabei der Ausschilderung nach Vieil Armand folgen. Wir sind auf der Route des Crêtes. Die ersten Kurven des Col de Herrenfluh sind bereits unterm Gummi. Leider ist der Belag meist mäßig bis schlecht. In den Kehren ist er manchmal besser oder schlechter, nämlich gepflastert. Manchmal sind auch längere Streckenabschnitte gepflastert. So zum Col Amic hoch. Die Panoramen gehen viel weiter in die Ferne als im Schwarzwald. Auch gehen die Straßen über größere Höhen. Noch weit weg entfernt sehen wir eine große Kugel auf einem Berggipfel, dem Grand Ballon. Wir fahren auf etwa 1200m und haben Zeit uns die Landschaft anzusehen. Flottes Fahren ist wegen des miesen Belages eigentlich nicht möglich. Ein paar Kranke gibt es aber immer und überholen uns. Aber keine Angst: später werden die Straßenzustände schon noch besser.
Über 1340m fahren wir über den Grand Ballon. Überall sitzen Leute zum Picknicken. Scheinbar ist Himmelfahrt in Frankreich, wie bei uns in Bayern, ein Feiertag.
In
Markstein fahren wir geradeaus weiter zum Col de la Schlucht. Unter
uns ein Stausee. Hätte nicht gedacht, dass die Vogesen so hoch sind!
Streckenweise wird der Belag besser. Hin und wieder fahren wir
direkt ab Abhang. Auf und Ab, Kurve an Kurve und der Belag scheint
immer besser zu werden.
Am Col de la Schlucht stehen Hunderte von Autos! Wir zwängen uns irgendwo dazwischen, sind aber zu faul, für ein Foto weit zu latschen.
Wir biegen links ab zum Lac Blanc und später noch mal links zum Col del Luchbach. Meist bewegen wir uns durch Nadelwald. Manchmal erlaubt er einen Blick ins Tal oder auf benachbarte Berggipfel.
Am Col du Bonhomme biegen wir links ab. Auf einer dreispurigen Straße, der N415, geht es bergab. In Plainfaing halten wir uns wieder links zum Col de la Schlucht. Irgendwie scheint heute in den Ortschaften tote Hose zu sein. Auf einem kleinen Sträßchen mit rauhen Belag und stark abfallendem Bankett fahren wir an einem Bach entlang. Bei Le Valtin vor der Brücke über den Bach halten wir uns rechts und fahren nicht nach Luchbach. Wir bleiben auf der D23H. An der D34D biegen wir wieder links ab und schießen den Kreis. Über den Colette lässt es sich angenehm fahren, da sehr wenig Verkehr ist. Aber am Col de la Schlucht wird’s wieder eng. Hier fahren wir gerade aus weiter.
Vor
Stosswihr geht’s links ab auf die D48 Richtung Orbey. Eine kleine
Straße mit recht neuen Teer in den Kehren führt steil bergauf. Wir
kommen links auf die D48iv Richtung Le Lac. Später müssen wir rechts
auf die D48ii nach Orbey abbiegen. Nach dem Ort halten wir uns
Richtung Kayserberg/Colmar.
In Ammenschwihr machen wir nach rechts noch mal einen Abstecher in die Berge. Am Golfplatz vorbei fahren wir auf der D11 Richtung Trois/Epis und später Labaroche. Ursprünglich sollte es durch Labaroche gehen, doch irgendwie sind wir zu bald links nach Les Eveaux abgebogen. Mit Irrungen und Wirrungen kommen wir durch den Ort zurück auf die D11. Es gibt einfach zu viele D11s!. Auf der größeren D11 (nennen wir sie mal so) kommen wir auf die D11vi Richtung Le Linge. Der Wald verdeckt meist die Sicht. Es herrscht kaum Verkehr auf der Ministraße.
Am Collet du Linge halten wir uns links auf die D5 nach Hohrodberg/Munster. Auf der D417 nach Colmar bleiben wir nur kurz und nehmen die Parallelstrecke D10 indem wir links nach Wihr au Val abbiegen. Bei der Kirche geht’s rechts weiter nach Turckheim. Vor dem Ort biegen wir scharf links ab nach Trois/Epis und Orbey. Über schöne Kurven und mit wenigen Hindernissen bringt uns der Weg schnell nach Trois-Epis. Der richtige Weg führt nicht in die Ortschaft rein, sondern zweigt rechts ab nach Niedermorschwihr. Durch Weinfelder hindurch kommen wir nach Colmar. Ein Umleitung wegen eines Festes beschert uns noch eine Umleitung über Turckheim.
In
Colmar biegen wir an der Kreuzung mit der Mercedes-Niederlassung
links ab auf die N83 nach Straßburg/Freiburg. Freiburg ist immer
angeschrieben. Nur nach dem ersten Kreisverkehr konnte ich keinen
Hinweis ausmachen und bis deshalb korrekterweise Richtung Zentrum
weitergefahren.
Wir fahren über den Rhein. Vor uns der bekannte Antennenmast auf dem Kaiserstuhl. Wir entschließen uns nicht durch Freiburg zu fahren, sondern über Münstertal. So kriegen wir noch mal ne anständige Strecke unter die Räder. Nach der langweiligen Rheinebene beginnen bei Staufen wieder die Berge.
Nach Münstertal haben wir eine tolle Strecke bis nach Hause nach Aftersteg. Wir wählen mit Absicht nicht den Abschnitt über die Schauinslandstrecke, sondern den verkehrsärmeren über Niedermatt und Rütte.
Fazit: Ich bin begeistert von den Vogesen. Hohe Berge und landschaftlich reizvolle Straßen. Leider waren viele in nicht besonders gutem Zustand. Auch die An- und Abfahrt war topp, sieht man von den Kilometern durch die Rheinebeneab.
Leider
hatte der Tag noch einen schrecklichen, wenn auch glimpflichen
Ausgang. Als wir in der FeWo ankamen, waren meine Frau und Heather
noch nicht da und wir hatten keinen Schlüssel. Also fuhren wir noch
mal nach Todtnau und etwas Richtung Feldberg. Als wir sie sahen,
drehten wir um. Minuten später nahm uns in Todtnau ein Polofahrer an
einer Kreuzung die Vorfahrt. Ich sah ihn erst im letzten Moment,
konnte zwar noch etwas bremsen, es reichte aber nicht mehr. Wir
krachten irgendwo zwischen B-Säule und Hinterachse rein. Wir flogen
glücklicherweise über’s Dach und landeten hinter dem Auto. Vom Flug
weiß ich nichts mehr. Ich hörte nur einen Schlag als ich mit dem
Helm auf die Straße krachte. Ich konnte gleich aufstehen und zu
Petra laufen, die wenige Meter entfernt auf der Kreuzung lag. Sie
war regungslos. Erst durch Anschreien reagierte sie wieder und
machte die Augen auf. Ich klappte das Visier auf, fragte ob sie mich
hören könne. Etwas benommen sagte sie „ja“. „Beweg mal deine Beine!“
OK. „Beweg mal deine Arme!“ OK. Helm runter. Ein Frau die sich
auskannte, half mir dabei und kümmerte sich sehr um Petra. „Mein
Bein tut so weh und mein Bauch!“ Jemand hatte bereits einen Notruf
abgesetzt und der Notarzt kam. Glücklicherweise hatte er quasi über
der Straße seine Praxis.
Sie bekam die Standard-Infusion und wurde – nach einigen weiteren Untersuchungen und der Suche einer Klinik – mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Lörrach gefahren.
Meine Frau – durch einen Einkauf wieder hinter uns – kam an die Unfallstelle und erschrak natürlich entsprechend.
Mir
schmerzte inzwischen meine rechte Schulter etwas. Der Notarzt und
der Sani meinten nach Abtasten, es läge wahrscheinlich ein Prellung
vor. Wenn ich zu Petra ins Krankenhaus komme, solle ich diese halt
mal röntgen lassen.
Inzwischen war auch die Polizei eingetroffen. Nach ein paar Fotos schafften wir die Pan mit gebrochener Gabel (lt. Gutachten Totalschaden) an den Straßenrand. Meine Schulter schmerzte heftiger.
Nachdem alles geklärt war, fuhr mich meine Frau in die FeWo zum Umziehen und um noch ein paar Sachen für Petra einzupacken. Dann ab in die Klinik.
Gott sei Dank hatte Petra außer einer Prellung am Bein nichts weiter davon getragen. Sie musste nur über Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Klinik zur Beobachtung bleiben.
Mein Röntgenbild der Schulter zeigte eine AC-Gelenkssprengung Tossy III. Dabei sind alle Bänder des Schlüsselbeins abgerissen. Nach dem Wochenende stellte ich mich am Montag in meinem Heimatkrankenhaus vor. Der Urlaub war auch zeitlich vorbei. Am nächsten Tag wurde ich operiert. Leider hielt die Fixierung mit einer Drahtschlinge nicht und drei Wochen später war noch mal eine OP angesagt. Diesmal wurde das Schlüsselbein mit einer Hakenplatte in Position gebracht.
Jetzt, über fünf Monate später, als ich diese Zeilen schreibe, bin ich wieder im Krankenhaus zur Entnahme der Platte. Danach hoffe ich meinen Arm wieder voll einsetzen zu können.
Mein besonderer Dank gilt Herrn B. Kunz der netterweise alles daran setzte, meine Frau in Aftersteg ausfindig zu machen. Ich wusste ja nicht, dass meine Frau zum Einkaufen abgebogen war und vermutete sie deshalb bereits in der FeWo.
Copyright 2004-2006, Harald Meyer, 96193 Wachenroth. Letzte Änderung 11.11.06