Alpen 1999: Rheinschlucht, Lumneziatal, Valsertal, Zerveilahorn, Safiental
Auch ohne Pässe erwarten uns jede Menge Kurven auf dieser drei-Täler-Fahrt. Im Tal des Lichtes erwartet uns eine Menge Ursprünglichkeit, von Tourismus fast keine Spur. Das Valsertal führt über jede Menge Kurven zum Zerveilahorn, das aussieht wie ein kleines Matterhorn. Im Safiental kommen Schotterfans auf ihre Kosten. Noch kann hier eine rund 50 km teerlose Straße unter die Räder genommen werden.
In Kürze:
Obersaxen, Luven, Vella, Vrin, Sogn Guisep, Peiden, Vals, Zerveilasee, Illanz, Sagogn, Versam, Safien, Thalkirch, Bonaduz, Flims, Illanz, Obersaxen
6,5 h, 240 km
Im Detail:
Die Fahrt von Obersaxen nach Luven führt über kleinste Straßen und der rechte Weg ist sicher nicht einfach zu finden. Deshalb hierzu eine genauere Beschreibung. Gleichzeitig zeigt die Strecke eine Menge weiterer (unbefestigter) Abzweigungen, die es lohnen, erkundet zu werden. Allerdings sollte man dazu eine Enduro haben. Mit der Pan gab es manchmal einfach kein Durchkommen mehr. Entweder war der Matsch zu tief oder gab für die Steigung nicht genügend Grip her. Die hier beschriebene Strecke bereitet jedoch keinerlei solche Probleme.
In
Surcoulm angekommen biegen wir rechts ab und fahren den Hang hoch,
vorbei an der Kirche und einer Reihe Neubauten. Außerhalb des Ortes
kommt man an eine T-ähnliche Kreuzung. Hier halten wir uns rechts
Richtung Vella entsprechend dem Wanderwegweiser und gewinnen weiter
an Höhe. Ein Stück weiter oben biegen wir rechts ab, Richtung
Miraniga; links führt ein Schotterweg in den Wald nach Vella. Nach
kurzer Fahrt erscheint rechts die Sesselliftstation und das
Restaurant Piz Mondaun. Dahinter steigt die Straße noch kurz an,
wird etwas schmäler und geht wieder bergab. Bei der Bergabfahrt
stößt man auf eine Kreuzung und folgt der Beschilderung Flond/Surcoulm.
Weiter unten ist an der Beschilderung rechts Richtung Luven und
nicht nach Flond/Surcoulm abzubiegen. Auf ein paar Kehren verliert
sich schnell die Höhe. Hin und wieder bietet sich ein wunderbarer
Ausblick auf das Rheintal. Die Straße ist völlig verlassen. Auch die
Wanderer sind wie verschwunden. Hin und wieder kommt man an hübschen
Wochenendhäusern vorbei. Mit alten Holzhäusern empfängt uns Luven.
Hier geht es an der Kreuzung rechts weiter bergab. Nach dem Ort, auf
offener Straße, fahren wir rechts. Links führt die Straße nach
Illanz.
Das Val Lumnezia oder übersetzt das Tal des Lichts zieht sich
vorbei an versprengten, einsamen Weilern. Vella
ist der Hauptort des Tals. Hier siedelten Walser und Romanen. Holz-
und Steinhäuser wechseln sich ab. Die heutige Sprache ist
rätoromanisch. Wir fuhren die Strecke an einem Samstag mittag und es
war kaum Verkehr. Wie bereits erwähnt ist das Val Lumnezia vom
Tourismus nahezu verschont geblieben und hat sich viel seiner
Ursprünglichkeit bewahrt.
Durch Almen und meist am Hang entlang geht es bis nach Sogn Guisep. Hinter Lumbrein wird die Strecke deutlich schlechter und schmäler. Die Teerdecke weicht Split. Nach San Giusepp wird die Straße wieder etwas besser. Aber schnell ist man am Talschluß angekommen und muß wenden.
Wir fahren die Strecke wieder zurück bis zum Abzweig nach
Pleiden. Dieser kommt kurz nach der Ortschaft Cumbel. Steil bergab
geht es durch Peiden hinunter ins Valsertal. Unten angekommen halten
wir uns rechts. Durch Schluchten, vorbei an Felsen kommen wir bis
nach Vals. Hier gibt es das bekannte Felsenbad, einem eigenwilligen
Thermalbad. Allerdings sollte man dafür Zeit mitbringen. Für ein
kurzes Bad ist der Eintritt zu teuer.
Danach steigern sich die landschaftlichen Eindrücke. Kurz vor dem Stausee mündet die Straße in einem 1,8 km langen Tunnel mit natürlichen Felswänden. Die schmale Röhre kann nur im Einbahnverkehr befahren werden. Die Durchfahrt der feuchten, kühlen Passage ist ein guter Ausgleich für die Wartezeit in der Sonne. Nach der Staumauer wird es noch mal richtig steil. Leider nur kurz. Denn dann ist hinter dem Parkplatz die Straße gesperrt. Rechts unter uns ist das grüne Wasser des Stausees, vor uns türmt sich das Zerveilla-Horn auf, das wie ein verkleinertes Matterhorn aussieht.
Nach kurzer Rast wenden wir und fahren das Tal zurück bis nach Illanz. Die faszinierende Strecke von hier bis nach Versam, entlang der Schlucht des Vorderrheins ist in der Tour "Schluchtenflitzer" bereits beschrieben. Im "Merian Graubünden" wird sie -- vielleicht etwas überschwenglich -- als eine der spektakulärsten Strecken Graubündens bezeichnet.
Am Ortende von Versam halten wir uns rechts und folgen der
Beschilderung "Safien". Anfangs ist die Straße sehr holpig. Nach dem
ersten Tunnel ist sie sehr gut ausgebaut und führt so durch einen
zweiten mit knapp 3 km Länge. Dahinter ist aber wieder Ausbauende.
Dieses Ausbaustück zeigt, wie die Strecke einmal sein wird. Noch
bietet sich jedoch eine Menge Spaß für Schotter/Splitt-Fans. Das Tal
kann bis Thalkirch befahren werden, dann ist Schluß. Wer
auf weniger besfestigten Straßen ein mulmiges Gefühl hat, dem sei
zur Beruhigung gesagt, dass hier selbst Linienbusse öfters am Tag
bis Thalkirch durchfahren.
Leider kann der Glaspass nicht nach Thusis befahren werden. Die Straße ist dem Elektriziätsversorger vorbehalten. So bleibt nichts anderes übrig als die Straße wieder komplett bis Versam zurückzufahren.
Von Versam fahren wir wieder über die Superstrecke nach Bonaduz und zurück über Flims und Illnaz nach Obersaxen, wie in "Schluchtenflitzer" beschrieben.
Fazit:
Wer kleine und ungeteerte Straßen mag kommt voll auf seine Kosten. Vorallem das Safiental hat hier einiges zu bieten. Super die Strecke entlang der Rheinschlucht und im Valsertal.
Copyright 1999-2006, Harald Meyer, 96193 Wachenroth. Letzte Änderung 11.11.06